Praktischer Leitfaden·Sonnenschutz
UPF 50+: was dieser Wert wirklich bedeutet und warum er alles verändert
Wie gut ein Stoff UV-Strahlen blockiert, sieht man nicht. Man muss es messen.
Die meisten Menschen beurteilen den Sonnenschutz eines Kleidungsstücks mit dem Auge. Ein dicker Stoff, eine dunkle Farbe, und man glaubt, perfekt geschützt zu sein. Dabei sieht man nicht, wie gut ein Stoff UV-Strahlen blockiert. Man muss es messen.
Der Wert für diese Messung heißt UPF, also Ultraviolet Protection Factor. Ohne ihn lässt sich nicht wissen, wie viel UV-Strahlung unter einem Kleidungsstück tatsächlich die Haut erreicht.
Schauen wir uns an, was dieser Wert bedeutet, wie er berechnet wird, was die Normen garantieren und warum UPF 50+ die einzige verlässliche Garantie für Sonnenschutz darstellt.
Was ist UPF?
UPF steht für Ultraviolet Protection Factor, auf Deutsch Ultraviolett-Schutzfaktor. Er misst, wie gut ein Stoff die Menge an UV-Strahlung reduziert, die das Textil durchdringt und die Haut erreicht.
Das Prinzip ist einfach: Je höher der Wert, desto größer der Schutz.
Ein Stoff mit UPF 50+ bedeutet, dass ungefähr die 50-fache UV-Dosis nötig ist, um auf geschützter Haut ein Erythem auszulösen, verglichen mit ungeschützter Haut.
Diese Messung ist standardisiert und wird im Labor nach EN 13758-1 bewertet. Sie berücksichtigt UVA- und UVB-Strahlen, gewichtet nach ihrer Fähigkeit, ein Erythem zu verursachen.
Sie dringen tiefer in die Haut ein und tragen insbesondere zur lichtbedingten Hautalterung bei. Sie dringen weitgehend durch Fensterscheiben und sind das ganze Jahr über vorhanden.
Sie sind die Hauptursache für Sonnenbrand und spielen eine wichtige Rolle bei Schäden an der Haut-DNA. Ihre Intensität schwankt stärker je nach Jahreszeit, Tageszeit und Höhe.
Der UPF eines Stoffes berücksichtigt also beide Bestandteile der UV-Strahlung.
Was UPF 50+ wirklich bedeutet
Sie haben wahrscheinlich schon die Aussage gelesen: „UPF 50+ blockiert 98 % der UV-Strahlen.“ Sie ist sehr verbreitet, vereinfacht die Realität aber stark.
UPF lässt sich nicht auf einen einfachen Prozentsatz abgehaltener Strahlen reduzieren. Er basiert auf einer Messung, die nach der biologischen Wirkung von UV-Strahlung auf die Haut gewichtet ist, insbesondere nach ihrer Fähigkeit, ein Erythem auszulösen. Mit anderen Worten: UPF gibt Auskunft über das tatsächliche Schutzniveau des Stoffes gegenüber dem Sonnenbrandrisiko an bedeckten Körperstellen.
Ein mit UPF 50+ zertifiziertes Kleidungsstück bietet auf den bedeckten Bereichen ein sehr hohes textiles Schutzniveau. Das ersetzt jedoch keinen umfassenden Sonnenschutz: Hut, Sonnenbrille, Schatten, weniger Aufenthalt in der Sonne bei hoher UV-Belastung und Sonnenschutzmittel auf unbedeckten Stellen.
UPF 50+ ist nach der europäischen Norm EN 13758-1 die höchste UV-Schutz-Zertifizierung. Ein mit UPF 50+ zertifiziertes UV-Schutz-Kleidungsstück schützt Ihre Haut wirksam vor möglichen Verbrennungen und Schädigungen.
UPF-Schutzstufen: die offizielle Tabelle
Zur Orientierung werden häufig folgende Stufen unterschieden:
| UPF-Wert | Anerkannter Schutz |
|---|---|
| UPF 15–24 | Gut |
| UPF 25–39 | Sehr gut |
| UPF 40–50 | Hervorragend |
| UPF 50+ | Maximal nach Norm |
Wichtig: Unter UPF 40 darf ein Kleidungsstück in Europa rechtlich nicht als „UV-Schutzkleidung“ bezeichnet werden. Um die Konformität mit EN 13758-2 zu beanspruchen, muss der Stoff insbesondere einen UPF über 40 und eine mittlere UVA-Transmission unter 5 % aufweisen.
Das klassische Baumwoll-T-Shirt: die Realität, die kaum jemand kennt
Hier ist eine Zahl, die fast alle überrascht.
Mit anderen Worten: Bedeckt zu sein bedeutet nicht automatisch, gut geschützt zu sein. Und wenn dieses T-Shirt nass wird, sinkt sein UPF noch weiter.
Gut zu wissen
Ein mit UPF 50+ zertifiziertes Kleidungsstück wird gemäß Norm im trockenen Zustand getestet. Ker Sun hat jedoch ein Verfahren eingeführt, bei dem wir unsere Ker Sun Bade- und Sportbekleidung auch im nassen Zustand testen, um selbst dann maximalen Schutz zu gewährleisten.
Wodurch der Schutz eines Stoffes bestimmt wird
Mehrere Faktoren beeinflussen, wie gut ein Stoff das Durchdringen von UV-Strahlung begrenzt.
Die Dichte von Gewebe oder Maschenware spielt eine entscheidende Rolle: Je dichter das Textil, desto höher ist in der Regel der Schutz.
Auch die Faserzusammensetzung ist wichtig. Bei vergleichbarer Struktur können bestimmte synthetische Textilien wie Polyester oder Polyamid einen besseren Schutz bieten als leichtere oder offenere Fasern.
Auch die Farbe kann den Schutz beeinflussen: Dunkle oder kräftige Farbtöne schützen oft besser als sehr helle. Bei einem mit UPF 50+ zertifizierten Kleidungsstück ist jedoch vor allem die Gesamtkonstruktion des Stoffes entscheidend, nicht nur seine Farbe.
Manche Stoffe erreichen ihr Schutzniveau allein durch ihre Konstruktion, andere teilweise durch zusätzliche Behandlungen. Ein Schutz, der hauptsächlich durch die Struktur des Stoffes erreicht wird, kann langfristig stabiler sein, doch Nutzung, Pflege, Dehnung und Feuchtigkeit bleiben wichtige Faktoren.
EN 13758: was die Norm genau garantiert
In Europa regeln zwei Normen den textilen UV-Schutz.
Die Norm EN 13758-1 definiert die Prüfmethode zur Bewertung der UV-Schutzeigenschaften von Stoffen für Bekleidung.
Die Norm EN 13758-2 regelt die Klassifizierung und Kennzeichnung von Kleidungsstücken, die diesen Schutz beanspruchen. Sie legt insbesondere Mindestanforderungen an die Stoffleistung sowie an die Bedeckung des Kleidungsstücks fest.
Für den Oberkörper verlangt die Norm zum Beispiel eine Bedeckung vom Halsansatz bis zu den Hüften, mit Ärmeln bis zu drei Vierteln des Arms. Für den Unterkörper reicht der geschützte Bereich von der Taille bis unter die Kniescheibe.
Diese doppelte Logik ist wichtig: Ein leistungsfähiger Stoff reicht allein nicht aus, wenn der Schnitt des Kleidungsstücks nur wenig Haut bedeckt.
Persönliche Schutzausrüstungen (PSA) und CE-Kennzeichnung: warum das wichtig ist
Das ist der Punkt, den die meisten Verbraucher nicht kennen, und doch verändert er alles.
Wird ein Kleidungsstück als Schutzausrüstung gegen ein UV-bedingtes Risiko vermarktet, greift der europäische Rechtsrahmen für PSA. Die Verordnung (EU) 2016/425 regelt persönliche Schutzausrüstungen, die auf dem europäischen Markt bereitgestellt werden.
In diesem Rahmen sind die CE-Kennzeichnung und die EU-Konformitätserklärung keine dekorativen Elemente: Sie stehen für die Verpflichtung des Herstellers zur Einhaltung der Vorschriften.
Die Sonnenschutzkleidung und -accessoires von Ker Sun sind als PSA der Kategorie I eingestuft, also in der Kategorie für bekannte und vorhersehbare Risiken.
Gut zu wissen
Ein Kleidungsstück, das UV-Schutz beansprucht, aber keine CE-Kennzeichnung trägt, ist nach europäischem Recht keine konforme PSA (Persönliche Schutzausrüstungen). Die CE-Kennzeichnung ist kein Stil-Logo, sondern ein gesetzlicher Nachweis. Alle Ker Sun Produkte sind mit UPF 50+ zertifiziert und tragen die CE-Kennzeichnung. 100 % des Sortiments entsprechen der PSA-Verordnung 2016/425.
SPF 50 und UPF 50+: derselbe Schutz?
Diese Frage taucht oft auf: Bin ich mit meiner Sonnencreme SPF 50 genauso gut geschützt wie mit einem Kleidungsstück mit UPF 50+?
Auf dem Papier drücken beide Werte eine ähnliche Idee aus: Sie zeigen an, in welchem Maß der Schutz das Auftreten eines Erythems verzögert. In der Praxis verhalten sich SPF und UPF jedoch nicht gleich.
Sonnencreme SPF 50: Der SPF wird mit einer genauen Referenzdosis von 2 mg Produkt pro cm² Haut berechnet. Unter realen Bedingungen wird diese Menge selten erreicht. Wenn zu wenig aufgetragen wird oder das Nachcremen nach dem Baden oder Schwitzen ausbleibt, kann der tatsächliche Schutz deutlich niedriger sein als der auf der Flasche angegebene Wert.
Kleidungsstück mit UPF 50+
Ein mit UPF 50+ zertifiziertes Kleidungsstück funktioniert anders: Sein Schutz kommt vom Textil selbst. Er hängt auf bedeckten Bereichen von keiner Anwendung oder erneuten Anwendung ab. Genau das macht ihn im Alltag besonders zuverlässig.
In der Praxis sind SPF 50 und UPF 50+ eigentlich nur im Labor wirklich vergleichbar. Im echten Leben bietet zertifizierte UV-Schutzkleidung einen konstanteren Schutz, gerade weil er nicht vom Verhalten der Nutzerin oder des Nutzers abhängt.
Für optimalen Sonnenschutz wird weiterhin empfohlen, UV-Schutzkleidung mit einem Hut, einer Sonnenbrille und SPF-50-Sonnencreme auf unbedeckten Bereichen zu kombinieren.
Kurz gesagt: ein Kleidungsstück mit UPF 50+, drei Ebenen der Garantie
Was ein mit UPF 50+ zertifiziertes Kleidungsstück tatsächlich garantiert, ist die Kombination aus drei Ebenen:
EN 13758-1 · Stoffmessung
Der UPF misst die Fähigkeit des Stoffes, ein Erythem zu verzögern, berechnet unter Einbeziehung der tatsächlichen biologischen Gefährlichkeit von UV-Strahlung.
EN 13758-2 · Klassifizierung & Kennzeichnung
Die Norm schreibt das Mindestniveau (UPF 40, UVA-Transmission < 5 %), die Anforderungen an die Bedeckung und die verpflichtenden Warnhinweise auf dem Etikett vor.
CE · PSA-Verordnung 2016/425
Die CE-Zertifizierung bestätigt die Konformität mit der PSA-Verordnung 2016/425: Das Kleidungsstück ist offiziell eine persönliche Schutzausrüstung, bewertet und als konform mit den europäischen Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen erklärt.
Entdecken Sie die Ker Sun UPF 50+ Kollektionen für Damen, Herren und Kinder:



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