Gesundheit & Prävention

Sonne und Haut: Antworten auf die 10 Fragen, die sich Patienten stellen

Von Dr. Claire Jacquin, Dermatologin


Irrtümer über die Sonne halten sich hartnäckig. Um mehr Klarheit zu schaffen, hat Ker Sun Dr. Claire Jacquin, Dermatologin und Mitglied des Vereins „Dans la peau des sportifs“ um ihre Einschätzung gebeten. In Form von Fragen und Antworten geht sie auf die häufigsten Fragen ihrer Patienten ein und stellt einige grundlegende Wahrheiten über UV-Strahlen und den Schutz der Haut klar.

„Aber nein, Frau Doktor, ich setze mich nie der Sonne aus!“

Diesen Satz höre ich täglich, auch von Patienten, die dennoch gebräunt sind oder viele Aktivitäten im Freien ausüben. Und wussten Sie, dass ultraviolette Strahlen (UV) nicht nur am Strand vorhanden sind, sondern in jeder Situation, sobald man draußen ist?

Wussten Sie, dass diese UV-Strahlen für 80 % der Hautkrebserkrankungen verantwortlich sind, darunter die weltweit häufigste Krebsart (Basalzellkarzinom), insbesondere bei heller Haut?


Frage 1

Bin ich UV-Strahlen ausgesetzt, wenn ich gärtnere, wandere oder mit meinem Hund spazieren gehe?

Absolut. UV-Strahlen sind völlig unsichtbar, farblos und hängen nicht mit dem Wärmeempfinden zusammen (also nicht mit Infrarotstrahlen verwechseln). Diese von der Sonne ausgesendeten Strahlen haben je nach Tageszeit und Jahreszeit eine unterschiedliche Stärke: Man kann sie über den UV-Index einschätzen, der von 0 bis 14 reicht. Ab 3 gilt der Index als „moderat“ und das Risiko beginnt: Man sollte sich also schützen. Je höher dieser Index ist, desto stärker ist die UV-Intensität und damit auch die Gefährlichkeit.


Frage 2

Wenn es windig oder bewölkt ist, habe ich nichts zu befürchten?

Leider nein. Man sollte sich daran erinnern, dass Wind und Wolken falsche Freunde sind: Sie verringern das Wärmegefühl (Infrarot), aber keineswegs die UV-Strahlung. Wolken lassen bis zu 80 % der UV-Strahlen durch, und manche erhöhen durch die von ihnen verursachte Reflexion sogar deren Gefährlichkeit. Bei sehr dunklen Wolken oder Regen ist der UV-Index allerdings deutlich reduziert! Denken wir auch daran, dass Höhe das UV-Risiko erhöht, ebenso wie stark reflektierende Oberflächen (Schnee, Sand usw.).

„Wind und Wolken sind falsche Freunde“


Frage 3

Meine Technik ist, meine Haut durch allmähliches Bräunen vorzubereiten: gar nicht schlecht, oder?

Auch hier gilt: Bräunung ist eine Abwehrreaktion des Körpers. Er produziert tatsächlich Melanin, um die Zellen vorübergehend vor den Gefahren der UV-Strahlen zu schützen.

Gut, aber bei jeder Beanspruchung erschöpfen sich diese Bräunungsmechanismen und werden nach und nach weniger wirksam. Mit der Zeit erschöpft sich das „Sonnenkapital“ und das Karzinomrisiko steigt. Außerdem bietet Bräune nur einen sehr schwachen Schutz, der etwa einem LSF von ungefähr 2 bis 4 entspricht: da geht noch mehr!


Frage 4

Was genau bedeutet Sonnenkapital?

Das „Sonnenkapital“ ist ein Bild, das erklärt, dass sich die Auswirkungen der UV-Strahlen im Laufe des Lebens ansammeln. Jede Exposition (also jeder Aufenthalt im Freien) beansprucht unsichtbare Reparaturmechanismen der Haut, die sich mit der Zeit allmählich erschöpfen (Sonnenkapital).

Eine Person mit sehr heller Haut hat daher nur sehr wenig „Reserve“ und somit ein begrenztes „Sonnenkapital“: Das Risiko für Hautalterung und für die Entwicklung von Hautkrebs ist entsprechend stärker ausgeprägt.“


Frage 5

Lässt die Sonne die Haut auch altern?

Natürlich. Dafür sind diesmal eher die UVA-Strahlen verantwortlich: insbesondere Falten und braune Flecken, und sie können sogar Fensterglas durchdringen. UVB-Strahlen verursachen eher Sonnenbrand.


Frage 6

Sind Sonnenbrände wirklich gefährlich?

Ja. Jeder Sonnenbrand entspricht einer Zerstörung von Hautzellen durch UV-Strahlen. Wiederholte Sonnenbrände, besonders in der Kindheit und Jugend, erhöhen dauerhaft das Melanomrisiko, also das Risiko für den aggressivsten Hautkrebs.

Achten Sie besonders auf Kinder: Ihre Haut ist empfindlicher und ihre Sonnenexposition ist im Allgemeinen 3-mal höher als die eines Erwachsenen!


Frage 7

Wenn ich Sonnencreme auftrage, kann ich dann den ganzen Tag draußen bleiben?

Nicht wirklich. Sonnencreme reduziert einen Teil der UV-Strahlen, blockiert sie aber nie vollständig (einen vollständigen Schutzschirm gibt es nicht!). Außerdem muss sie in großer Menge aufgetragen werden (ein Teelöffel für das Gesicht) und regelmäßig erneuert werden (alle 1 bis 2 Stunden), was im Alltag praktisch nie geschieht. Sie ersetzt weder bedeckende Kleidung noch einen Hut oder das Aufsuchen von Schatten...


Frage 8

Machen bedeckende Kleidungsstücke warm und schützen sie nicht immer vor der Sonne?

Diesmal hängt es von der Art des Kleidungsstücks ab! Ein technisches, atmungsaktives Kleidungsstück mit UPF 50 sorgt für gute Belüftung, angenehmen Tragekomfort bei sportlichen Aktivitäten und ausgezeichneten Sonnenschutz. Umgekehrt stimmt es, dass ein dünnes, grob gewebtes, helles oder nasses Kleidungsstück einen erheblichen Teil der UV-Strahlen durchlässt...


Frage 9

Welche Bereiche sind am empfindlichsten, wo treten Hautkrebserkrankungen am häufigsten auf?

Die am stärksten exponierten Bereiche sind die Bereiche mit dem höchsten Risiko: Gesicht (insbesondere Nase, Ohren und Lippen), Kopfhaut bei Menschen mit lichtem Haar, Dekolleté / Hals, Unterarme, Handrücken und Beine.

Bei Sportlern sind die Schultern und der obere Rücken in der Regel ebenfalls stark exponiert. Die beste Prävention besteht daher darin, diese Bereiche zu bedecken: mit einem breitkrempigen Sonnenhut für Gesicht, Nacken und Ohren, mit einer Hose sowie insbesondere mit Armstulpen oder langen Ärmeln für die Unterarme.


Frage 10

Ich habe helle Haut und viele Muttermale: Habe ich ein höheres Risiko?

Ja. Das Hautkrebsrisiko ist bei Menschen mit heller Haut höher, und das Melanomrisiko (Krebs eines Muttermals) steigt ab 50 Muttermalen. Das bedeutet: Der Schutz muss umso konsequenter sein!


Dr. Claire Jacquin

Dermatologin · Mitglied des Vereins „Dans la peau des sportifs“


Unsere Kollektionen

Zertifizierte UV-Schutzkleidung mit UPF 50+

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